JOSEPH HAYDN

107 SINFONIE

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Kultur Niederösterreich


Parkhotel Pörtschach

59

"Feuersinfonie"

A-Dur

Das Projekt

Ordnung nach Hoboken
Hob.I: 59
Chonologische Ordnung
44
Tonart
A-Dur
Titel
"Feuersinfonie"
Periode
Mittlere Esterház-Sinfonien 1767 bis 1773; „Sturm und Drang“ und die „Ruhe“ danach
Kompositionsdatum
1768
Auftraggeber
Fürst Nikolaus I. Joseph Esterházy
Anzahl der Sätze
4
Echtheitsbeleg
Entwurfs-Katalog
Partitur-Ausgabe

Sinfonien um 1766-1769
Herausgeber: Andreas Friesenhagen und Christin Heitmann; Reihe I, Band 5a; 2008, G. Henle Verlag München

Hob.I:59 Symphonie in A-Dur
Drei von Haydns Symphonien in der Tonart A-Dur aus den späten 6oer und frühen 70er Jahren des 18. Jahrhunderts gehören zu seinen "bühnengemäßesten": Die Nr. 59 und Nr. 65 dieser Einspielung und die kurze Zeit später entstandene Nr. 64 (siehe Band 7). (Der Beiname "Feuer" ist wie viele andere unecht: Er erscheint erst in einer späten, nicht authentischen Quelle; auch steht dieses Werk von ca. 1768 nicht, wie man häufig liest, in Beziehung zu einem Schauspiel mit dem Titel Die Feuersbrunst, das 1774 in Eszterháza aufgeführt wurde, und noch weniger zu dem gleichnamigen Singspiel - das ohnehin eine Pastiche ist, nicht ein Werk von Haydn.) Man kann sich jedoch durchaus vorstellen, dass die Symphonie Nr. 59 zumindest teilweise als Schauspielmusik begonnen haben könnte. Das Presto (ein höchst ungewöhnliches Tempo für einen nach 1760 entstandenen Kopfsatz) mit seinem einleitenden Oktavsprung und den dahineilenden Tonleitern unter wechselhaft rhythmisierten wiederholten Noten läßt sogleich den Gedanken an eine Schar verwirrter Verschwörer aufkommen; und es ist in der Tat theatralisch, wenn sie plötzlich piano auf einem entlegenen Akkord Halt machen, zur Dominanten und dann im Stile einer langsamen Introduktion in eine Pause übergehen — eine eher widersinnige "Eröffnungsgeste", wenn man sie mit dem eigentlichen Beginn vergleicht. Keine bloße Theatralik ist dagegen Haydns unberechenbares, aber durchweg kohärentes Spiel mit diesen widersinnigen Motiven; selbst der Piano-Verhalt taucht nicht nur mehrfach (jedes Mal variiert) auf, sondern hat auch, intensiviert durch die Anweisung pp, das letzte Wort des ganzen Satzes. Das Andante o più tosto allegretto in der Tonika-Molltonart ist noch weit merkwürdiger. (Die Molltonarten a, e und h, die zur "Kreuzseite" des Tonartspektrums neigen, haben Haydn häufig angeregt, sich einer exotischen, "ungarischen" oder "Balkan"-Atmosphäre zu befleißigen.) Ein sparsames zweiteiliges Thema leitet bald in ein ganz anderes Cantabile-Thema in der Paralleltonart (C-Dur) über, das eingehend durchgeführt wird — in der Tat übertrieben eingehend: ein Charakteristikum von Haydns Bühnenmusik. Wenn endlich die Kadenz erreicht ist, führt das gleiche Thema zur Dominante zurück, und zu einer kurzen Reprise des ersten Themas. Dann erfolgt die wahre Überraschung: Das Dur-Thema setzt gleich wieder ein, diesmal in A-Dur, zusammen mit den (gänzlich unerwarteten) Oboen und Hörnern — ein hinreißender, wenn auch seltsamer Effekt. Die Seltsamkeit wird nur noch erhöht durch eine weitere, augenscheinlich unmotivierte, fortissimo gespielte Erinnerung an das einleitende Thema, die ebenso schnell wieder verschwindet, wie sie erschienen ist, und das ganze überlange Dur-Thema der Reprise überlässt.
Das Menuett setzt mit dem gleichen Motiv ein wie das Andante (ein relativ frühes Beispiel für Haydns zunehmend starke Tendenz, motivische Bindeglieder zwischen mehreren Sätzen des Zyklus zu schaffen); das Trio zieht sich erneut in die tonische Molltonart und auf die Streicher allein zurück. Das Finale Allegro assai in Sonatensatzform beginnt mit einem unbegleiteten Hornruf in lang ausgehaltenen Noten (ein Effekt, den Haydn in einem seiner spätesten und bedeutendsten Finales variieren sollte: dem der Symphonie "mit dem Paukenwirbel", Nr. 103); dieser Hornruf alterniert mit einer Oboenmelodie, die auf schnellen Noten beruht. Die Fortsetzung in Gestalt eines Trillers für die Hörner ist äußerst amüsant, doch gleich schließt sich ein noch besserer Scherz an: Die Streicher setzen ein und zwingen die genannten Motivfetzen, so zu tun, als wollten sie zur Fuge ausarten. Nichts wäre undenkbarer; und siehe da, nach nur vier Takten starten wir in bestem Finalestil durch — bis zur Durchführung, die uns doch noch mit einem richtigen Fugato beglückt! Weitere Überraschungen folgen in der Reprise; und Haydn gönnt sich obendrein eine ausführliche Coda mit einer letzten witzigen Variation auf das zusammengestückelte Thema.
©James Webster

Analyse

Analyse

Analyse der Sätze

1. Satz
44,1
Satzbezeichnung
Presto
Tonart
A-Dur
Form
Sonatenform
2. Satz
44,2
Satzbezeichnung
Andante o più tosto Allegretto
Tonart
a-Moll
Form
dreiteilige Liedform
3. Satz
44,3
Satzbezeichnung
Menuetto / Trio
Tonart
A-Dur-a-Moll
4. Satz
44,4
Satzbezeichnung
Allegro assai
Tonart
A-Dur
Form
Sonatenform
Spieldauert gesamt
ca. 23 Min.

Musiker

Musiker

Musiker

Anders als etwa bei den Opern lassen sich bei den Sinfonien, auf Grund ihrer unklaren zeitlichen Zuordnung, vollständige Besetzungs- bzw. Namenslisten der Orchestermusiker nicht anführen. Und es ist überhaupt nur bei einer der drei „Sinfonie-Schaffens-Phasen“ möglich, nämlich der mittleren Phase, jener am Hofe der Esterházys (1761-1781 letzte Sinfonie für das Esterház-Publikum) respektive 1790). Bei der ersten Phase, im Dienste des Grafen Morzin, also vor Esterházy (1757-1761) und der dritten Phase, jener danach (1782-1795) ist es überhaupt nicht möglich. Im Übrigen lässt sich die dritte Phase wiederum in drei Abschnitte gliedern: Jenen, in dem Haydn erstmals für ein „anderes“ Publikum als seines am Hofe Esterház komponierte (1782-1784), den Pariser Sinfonien (1785-1786) und den Londoner Sinfonien bis (1791-1795).
Namens- bzw. Gehaltslisten – und aus jenen wurde die Orchesterbesetzung „extrahiert“ - existieren also nur aus der Schaffensphase im Dienst der beiden Fürsten Esterházy, also von 1761 bis 1782.
Daher werden „nur“ jene Musiker angeführt, die im Dienste der beiden Fürsten Esterházy standen und mit Sicherheit über einen längeren Zeitraum in Haydns Orchester wirkten, quasi ein „All-Time – All-Stars-Orchester“. Ich behielt bei den betreffenden Musikern die Jahreszahl „-1790“ bei, da mit Sicherheit Haydn auch nach 1782 seine Sinfonien am Hofe zu Gehör brachte.

Leitung
Joseph Haydn
Orchestrierung
0|2|0|0 – 2|0 – 0 – Str.
Besetzung Orchester
0|2|0|1 – 2|0 – 0 – Str.
Besetzung
Flöte Franz Sigl 1761-1773
Flöte Zacharias Hirsch 1777-1790
Oboe Michael Kapfer 1761-1769
Oboe Georg Kapfer 1761-1770
Oboe Anton Mayer 1782-1790
Oboe Joseph Czerwenka 1784-1790
Fagott Johann Hinterberger 1761-1777
Fagott Franz Czerwenka 1784-1790
Fagott Joseph Steiner 1781-1790
Horn (spielte Violine) Franz Pauer 1770-1790
Horn (spielte Violine) Joseph Oliva 1770-1790
Pauke oder Fagott Caspar Peczival 1773-1790
Violine Luigi Tomasini 1761-1790
Violine (Stimmführer 2. Vl) Johann Tost 1783-1788
Violine Joseph Purgsteiner 1766-1790
Violine Joseph Dietzl 1766-1790
Violine Vito Ungricht 1777-1790
Violine (meist Viola) Christian Specht 1777-1790
Violoncello Anton Kraft 1779-1790
Violone Carl Schieringer 1768-1790

Medien

Medien

Musik

Antal Dorati

Joseph Haydn
The Symphonies
Philharmonia Hungarica
33 CDs, aufgenommen 1970 bis 1974, herausgegeben 1996 Decca (Universal)

1. Satz
44,1
2. Satz
44,2
3. Satz
44,3
4. Satz
44,4



Partitur

59









Haydn13
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SINFONIE 107

1757

1. Periode
Hob.I:1

1757/1758

1. Periode
Hob.I:37

1757-1759

1. Periode
Hob.I:18
Hob.I:2

1757-1760

1. Periode
Hob.I:4
Hob.I:27

1758-1760

1. Periode
Hob.I:10
Hob.I:20

1761/1762

1. Periode
Hob.I:36
Hob.I:33

1771

4. Periode
Hob.I:52
Hob.I:42

1774/1775

5. Periode
Hob.I:68

1776

5. Periode
Hob.I:61

1777/1778

5. Periode
Hob.I:53 "L'Impériale"

1778/1779

5. Periode
Hob.I:71

1780

5. Periode
Hob.I:74
Hob.I:62

1781

5. Periode
Hob.I:73 "La chasse"

1787

8. Periode
Hob.I:89

-1788

8. Periode
Hob.I:88

1788

8. Periode
Hob.I:90
Hob.I:91

1789

8. Periode
Hob.I:92 "Oxford"

1793

10. Periode
Hob.I:99

1794

10. Periode
Hob.I:102

OPER 13

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
I. Periode
Acide
 
I. Periode
 
I. Periode
 
I. Periode
 
I. Periode
Lo speziale
 
I. Periode
 
I. Periode
Le pescatrici
 
I. Periode
 
I. Periode
 
I. Periode
L'infedeltà delusa
 
II. Periode
 
II. Periode
 
II. Periode
L'incontro improvviso
 
II. Periode
 
II. Periode
Il mondo della luna
 
II. Periode
 
III. Periode
 
III. Periode
La fedeltà premiata
 
III. Periode
Orlando paladino
 
III. Periode
Armida
 
III. Periode
La vera costanza II